Schweizer Kunstmuseen: Von klassischen Meistern bis zeitgenössischer Avantgarde
Die bedeutendsten Kunstmuseen zwischen Zürich und Bern
Die Schweiz beherbergt nach Angaben des Bundesamtes für Statistik fast 1100 Museen. Die dichte Museumslandschaft reicht von historischen Sammlungen bis zu Institutionen für zeitgenössische Kunst. Besonders hervorzuheben sind die grossen Häuser in Zürich und Bern, die internationales Ansehen geniessen.
Kunsthaus Zürich – Das grösste Kunstmuseum der Schweiz
Das Kunsthaus Zürich ist das grösste Kunstmuseum der Schweiz und verfügt über eine bedeutende Sammlung, die Werke von Rembrandt, van Gogh, Monet und Picasso umfasst. Besonders hervorzuheben ist die umfangreiche Alberto-Giacometti-Sammlung, die einen eigenen Raum einnimmt.
Aktuell präsentiert das Museum mehrere Ausstellungshighlights: Die Retrospektive von Kerry James Marshall ist bis zum 16. August 2026 zu sehen, während die erste umfassende Retrospektive der brasilianischen Avantgardistin Lygia Clark im deutschsprachigen Raum bis zum 8. März 2026 läuft. Ab dem 10. April 2026 zeigt das Kunsthaus die Übergangspräsentation «Zwischenstand. Sammlung Bührle» mit ausgewählten Werken der Foundation E. G. Bührle.
Weitere aktuelle Präsentationen umfassen Werke von Wolfgang Laib, Jeffrey Gibson, die Sammlung Looser mit Werken von Giuseppe Penone, sowie die immersive Installation «Glacier Dreams» von Refik Anadol. Im Videoraum ist aktuell Cecilia Vicuñas filmisches Werk «What Is Poetry to You?» zu erleben, für das die Künstlerin den Roswitha-Haftmann-Preis 2025 erhielt.
Kunstmuseum Bern – Schweizer Kunstgeschichte im Fokus
Das Kunstmuseum Bern präsentiert bis zum 5. Juli 2026 die Ausstellung «Panorama Schweiz. Von Caspar Wolf bis Ferdinand Hodler», die einen einzigartigen Überblick über Schweizer Kunst aus drei Jahrhunderten bietet. Gezeigt werden symbolistische Figurenbilder, Genreszenen von Albert Anker bis Max Buri sowie eindrückliche Berglandschaften.
Parallel läuft bis zum 27. September 2026 die Ausstellung «Das volle Leben. Alte Meister von Duccio bis Liotard». Die Sammlungspräsentation «Stiftung Expressionismus» (bis 5. Juli 2026) zeigt Werke von Gabriele Münter bis Sam Francis.
Kunst Museum Winterthur
Das Kunst Museum Winterthur zeigt in drei Häusern Werke von niederländischen Meistern bis zur Gegenwartskunst. Aktuelle Ausstellungen umfassen «Simon Starling. The Artist, Wearing a Mask of Adolph Menzel...» (28. Februar bis 5. Juli 2026), «Momente der Zeit» (28. Februar bis 2. August 2026) sowie «Jack Goldstein. Pictures, Sounds and Movies» (24. Januar bis 31. Mai 2026).
Bundessammlungen und private Stiftungen
Die Kunstsammlungen des Bundes
Die Kunstsammlungen des Bundes umfassen rund 22'500 Objekte und zählen zu den bedeutendsten Sammlungen an Schweizer Kunst und Design vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Seit 2018 macht das Bundesamt für Kultur Werke aus den Beständen online zugänglich. Die Sammlung ist eine Institution des Bundesamtes für Kultur mit Sitz in Bern.
Private Sammler und ihre Geschichte
Das Buch «Schweizer Kunstsammler und ihre Leidenschaft» von Nicole Bröhan stellt 33 Persönlichkeiten vor, die hinter bedeutenden Privatsammlungen und Schenkungen an Museen stehen. Darunter sind international bekannte Namen wie Sidney und Jenny Brown, Oskar Reinhart, Ernst und Hildy Beyeler, Emil G. Bührle sowie Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler.
Die Fondation Beyeler in Basel gehört zu den bekanntesten und am häufigsten besuchten Museen der Schweiz und zeigt Werke von Rodin über Monet bis Picasso. Architektonisch gilt das Museum als eines der schönsten weltweit.
Design, Fotografie und Spezialmuseen
Museum für Gestaltung Zürich
Das Museum für Gestaltung Zürich zeigt jährlich sieben bis neun neue Ausstellungen an seinen Standorten. Aktuell sind «Junge Grafik Schweiz!» (bis 6. April 2026) und «More than Human – Design mit der Natur» (bis 31. Mai 2026) zu sehen. Die Dauerausstellungen «Swiss Design Collection» und «150 Jahre Ausstellungsplakate» veranschaulichen die Geschichte des Schweizer Designs.
Museum Rietberg und weitere Zürcher Highlights
Das Museum Rietberg widmet sich der Kunst ausserhalb Europas mit Werken aus Amerika, Afrika, Asien und Ozeanien. Es befindet sich im Quartier Enge und ist von einem der schönsten Parks Zürichs umgeben. Weitere bedeutende Häuser in Zürich sind das Migros Museum für Gegenwartskunst im Löwenbräu-Areal, das Museum Haus Konstruktiv für konstruktiv-konkrete Kunst und das Museum für Kommunikation in Bern, das mit interaktiven Elementen zu Themen der Kommunikationsgeschichte einlädt.
Art Basel und internationale Vernetzung
Die Art Basel gilt als grösste und prestigeträchtigste Messe für zeitgenössische und moderne Kunst. Gegründet 1970 in Basel, hat sie sich zu einer globalen Marke entwickelt mit Ablegern in Miami Beach (seit 2002), Hong Kong (seit 2013), Paris (seit 2022) und ab Februar 2026 in Doha. Während der Messe in Basel dienen das Messeplatz-Gelände und das Hotel Les Trois Rois als zentrale Treffpunkte der internationalen Kunstszene.
Praktische Tipps für Museumsbesuche
Schweizer Museumspass
Der Schweizer Museumspass bietet ein Jahr lang kostenlosen Zugang zu über 500 Museen und Schlössern in der ganzen Schweiz. Zum 30-jährigen Jubiläum der 1996 gegründeten Stiftung gibt es aktuell CHF 30 Rabatt auf den regulären Preis von CHF 177 für den Klassiker-Pass.
Aktuelle Ausstellungstipps für 2026
Neben den Dauerausstellungen lohnen sich 2026 besuchte Wechselausstellungen wie «Franz Gertsch. Blow-Up (Part I)» im Kunstmuseum Bern (ab 14. August 2026) und die Ausstellung im Kunstmuseum Solothurn, das die Geschichte zeigt, wie 1908 eine 19-jährige Solothurnerin das «van Gogh-Fieber» entdeckte und damit die Basis für die heutige Sammlung legte.